Mikro-Lernmodul 3 - Soziale Unternehmen und die Zusammenarbeit mit der lokalen Verwaltung
Uvod
-

Die Zusammenarbeit zwischen lokalen öffentlichen Stellen (LPAs) und Sozialunternehmen (SEs) kann sehr positive Auswirkungen auf die lokale Gemeinschaft haben. Die Beschäftigung von arbeitsmarktbenachteiligten Personen, die Unterstützung der lokalen Wirtschaft oder Dienstleistungen und Produkte mit sozialem Mehrwert sind nur einige Gründe, warum LPAs Sozialunternehmen als relevante Partner betrachten sollten – mit dem Potenzial, sie bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und Zielsetzungen zu unterstützen. Diese Zusammenarbeit kann über eine Vielzahl finanzieller und nicht-finanzieller Maßnahmen erfolgen, wie z. B. durch Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen, direkte Beauftragung kleinerer Anschaffungen oder die Mitwirkung bei der Organisation lokaler Aktivitäten. Voraussetzung für eine erfolgreiche Kooperation ist jedoch, dass man weiß, wo man kooperationsbereite Sozialunternehmen findet, dass Erwartungen realistisch formuliert werden, dass eine offene und transparente Kommunikation stattfindet, dass Sozialunternehmen in die gemeinsame Zieldefinition eingebunden werden und dass langfristig gedacht wird.
In diesem Modul erfahren Sie mehr darüber, wie Sie eine professionelle Beziehung zu einem Sozialunternehmen aufbauen, aufrechterhalten und weiterentwickeln können.
-
Die Zusammenarbeit mit Sozialunternehmen unterstützt die lokale Wirtschaft, die soziale Integration und ökologische Werte. Sozialunternehmen können über Wirtschaftskammern, gemeinnützige Organisationen, Verzeichnisse für Sozialunternehmen oder durch die Teilnahme an lokalen Veranstaltungen gefunden werden. Das Teilen von Best-Practice-Beispielen und erfolgreichen Kooperationsmodellen ist hilfreich, um Mitarbeitende zu motivieren. Um die Zusammenarbeit fest in einer lokalen öffentlichen Stelle zu verankern, ist es wichtig, eine formale Zustimmung und Unterstützung durch das Management zu erhalten.Stranica: 1 H5P: 1
-
Die Ermittlung des eigenen Bedarfs ist entscheidend für eine effektive Zusammenarbeit mit Sozialunternehmen (SEs). Dabei sollte man sich nicht auf klassische Produkte und Dienstleistungen wie Reinigungsarbeiten oder Werbeartikel beschränken – SEs bieten ein breites Spektrum an Leistungen an, darunter IT-Support, Grafikdesign, Schulungen, Logistik oder auch die Herstellung von Büromöbeln. Um passende SEs zu identifizieren, sollten die benötigten Materialien und Dienstleistungen, deren Umfang und Beschaffungshäufigkeit klar definiert werden. Ebenso sollte geprüft werden, ob sich der Auftrag in kleinere Einheiten aufteilen lässt, die für SEs geeignet sind.
Bei der Entscheidung lohnt sich ein Blick in strategische Dokumente (z. B. ESG-Strategie, Nachhaltigkeitsplan). Es können gezielt Auswahlkriterien für Lieferant:innen definiert werden – etwa die Bevorzugung lokaler Unternehmen, umweltfreundlicher Produkte oder von Anbietern, die benachteiligte Personen beschäftigen. Dabei dürfen gesetzliche Vorgaben, insbesondere im Bereich der öffentlichen Auftragsvergabe, nicht außer Acht gelassen werden.
Im nächsten Schritt sollten verfügbare SEs über bestehende Kataloge und Netzwerke recherchiert werden. Der Austausch mit anderen öffentlichen Institutionen, die bereits Erfahrung mit SEs gesammelt haben, kann helfen, geprüfte Anbieter zu identifizieren. SEs arbeiten oft untereinander zusammen und können weitere zuverlässige Unternehmen empfehlen.
Ein Besuch vor Ort hilft, die Fähigkeiten und Kapazitäten eines SEs besser einzuschätzen. Dabei ist zu bedenken, dass manche SEs nur begrenzte Produktionskapazitäten oder längere Vorlaufzeiten haben – das bedeutet jedoch nicht, dass sie die Anforderungen nicht erfüllen können. In einem Gespräch können etwa regelmäßige Lieferungen oder eine Zusammenarbeit mit anderen SEs besprochen werden.
Stranica: 1 H5P: 1 -
Der Aufbau langfristiger und nachhaltiger Partnerschaften mit Sozialunternehmen (SEs) bringt nicht nur eine verlässliche Lieferbeziehung, sondern trägt auch zur Unterstützung der lokalen Gemeinschaft, benachteiligter Menschen und nachhaltiger Ziele bei.
Der erste Schritt besteht darin, das ausgewählte SE besser kennenzulernen – ein persönlicher Besuch oder ein Treffen kann helfen, die Arbeitsweise, Kompetenzen und gesellschaftlichen Mehrwerte besser zu verstehen. Danach ist eine offene Kommunikation über Erwartungen, Vertragsbedingungen und Möglichkeiten zur Anpassung der Produkte/Dienstleistungen an die Bedürfnisse der Kund:innen entscheidend.
Beim Abschluss eines Vertrags ist es wichtig, Lieferfristen, Möglichkeiten einer langfristigen Zusammenarbeit und Zahlungsmodalitäten anzusprechen. SEs schätzen oft Vorauszahlungen oder eine schnellere Bezahlung, um ihre Tätigkeiten zu finanzieren. Auch die Nachhaltigkeit des Vertrags sollte berücksichtigt werden, etwa durch eine Indexierungsklausel bei langfristigen Verträgen.
Feedback ist ein wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit – nicht nur, wenn Probleme auftreten, sondern auch bei positiven Erfahrungen, die weiterverbreitet werden können. Das Teilen guter Beispiele in den Medien oder in Fachforen unterstützt SEs und motiviert andere Einrichtungen, verantwortungsvoll einzukaufen.
SEs können aber auch über ihre Rolle als Lieferant:innen hinaus einen Beitrag leisten. Sie können an der Entwicklung strategischer Dokumente beteiligt sein, bestimmte gesellschaftliche Gruppen vertreten oder kommunale Räume für Bildungs- und Gemeinschaftsaktivitäten nutzen. Eine solche Zusammenarbeit stärkt langfristige Partnerschaften und trägt zur nachhaltigen Entwicklung bei.
Stranica: 1 H5P: 1 -
Die Umsetzung von Veränderungen im öffentlichen Beschaffungswesen hin zu einer Zusammenarbeit mit Sozialunternehmen kann für Mitarbeitende auf unterschiedlichen Ebenen von Gemeinden und anderen Auftraggebern herausfordernd sein. Der Anstoß kann dabei sowohl von oben (durch Führungskräfte) als auch von unten (durch individuelles Engagement) kommen.
Eine erfolgreiche Umsetzung erfordert schrittweises Vorgehen: Nicht nur die begeisterten Mitstreiter:innen sollten angesprochen werden, sondern auch jene, die Veränderungen mit Skepsis begegnen. Dazu gehören klare und regelmäßige Kommunikation, Schulungen und praxisnahe Informationen, ein offener Umgang mit Bedenken sowie Unterstützung beim Verlassen der eigenen Komfortzone. Entscheidend ist, den Wandel kontinuierlich zu begleiten und seine Sinnhaftigkeit deutlich zu machen. Veränderungen aufrechtzuerhalten ist zentral. Dafür braucht es klare Zielsetzungen, eine Rollenverteilung, Zeitpläne und Kontrollmechanismen. Die Mitarbeitenden müssen die Vorteile der Zusammenarbeit mit Sozialunternehmen für die eigene Dienststelle, die Gemeinde und die Gesellschaft verstehen.
Praktische Unterstützung umfasst beispielsweise eine Liste geprüfter Sozialunternehmen, Informationen zu deren Besonderheiten (z. B. kleinere Mengen, längere Lieferzeiten), die Bedeutung verantwortungsvoller Beschaffung sowie das Teilen von Good-Practice-Beispielen.
Stranica: 1 H5P: 1 -
Eine formale Verankerung ist entscheidend für eine effektive und langfristige Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Sozialunternehmen. Die Kooperation sollte von den zuständigen Stellen genehmigt und eine koordinierende Person benannt werden, die für die Steuerung, Evaluierung und Weiterentwicklung der Zusammenarbeit verantwortlich ist. Die Kooperation sollte regelmäßig überprüft und an aktuelle Bedürfnisse angepasst werden. Strategische Dokumente spielen dabei eine zentrale Rolle. Es empfiehlt sich, zunächst den Ist-Zustand zu analysieren: Gibt es bereits Unterstützungsformen für SEs (z. B. gemeinsame Veranstaltungen, Bereitstellung von Räumlichkeiten)? Gibt es SEs in der Region? Anschließend sollte geprüft werden, ob in den kommunalen Strategien eine Unterstützung von SEs vorgesehen ist – nicht nur im Bereich der Beschaffung, sondern auch als Partner für die Erreichung sozialer Ziele. Falls entsprechende Inhalte fehlen, können Ergänzungen angeregt werden.
Interne Richtlinien sollten Abläufe, Zuständigkeiten und Regeln klar definieren, um Unsicherheiten und das Umgehen von Vorgaben zu vermeiden. Diese Schritte fördern eine stabile und systematische Zusammenarbeit mit Sozialunternehmen.
Stranica: 1 H5P: 1 -
Die Zusammenarbeit mit Sozialunternehmen (SEs) bringt Vorteile für öffentliche Verwaltungen und die Gesellschaft. Durch verantwortungsvolle Beschaffung können Lieferant:innen nicht nur nach dem Preis, sondern auch nach Kriterien wie Umweltzertifizierungen, der Beschäftigung benachteiligter Personen oder regionaler Verankerung bewertet werden. Wo SEs nicht als direkte Auftragnehmer:innen infrage kommen, kann ihre Einbindung als Subunternehmen verlangt werden.
Öffentliche Aufträge sollten realistische Bedingungen enthalten, die auch eine Teilnahme kleinerer SEs ermöglichen. Die Aufteilung von Aufträgen in kleinere Lose erleichtert die Beteiligung regionaler Betriebe und stärkt die lokale Wirtschaft. Die Kreislaufwirtschaft bietet zudem die Möglichkeit, renovierte Produkte anstelle von Neuanschaffungen zu nutzen.
SEs können außerdem fachliche Beratung im Umgang mit benachteiligten Gruppen anbieten. Auch ihre Einbindung in öffentliche Veranstaltungen (z. B. Catering, Gemeinwesenprogramme) stellt eine sinnvolle Form der Unterstützung dar. Das Teilen von Räumen und Ressourcen hilft SEs, Kosten zu senken und ihre Tätigkeiten auszuweiten.
Die Förderung von SEs kann zudem über die Zusammenarbeit mit kommunalen Einrichtungen (z. B. Seniorenheime, Schulen) erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist es, sie als touristische Attraktionen zu bewerben. All diese Maßnahmen tragen zu nachhaltiger Entwicklung und sozialer Inklusion bei.
Stranica: 1 H5P: 1 -